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Nr. 137, November 2020 - Ihre Gesellschaft

Angestellte in der Gastronomie: Für sie ist der Bankrott schon da Die

1,2 Millionen Angestellte in der Gastronomie sind von den derzeitigen Schließungen von allen am härtesten getroffen. Doch über sie wird nicht einmal gesprochen!
Schon vorher haben sie in der Küche oder im Service für Löhne geschuftet, die kaum zum Leben reichen. Mehr als zwei Drittel von ihnen werden mit Niedriglöhnen von weniger als 11 Euro die Stunde abgespeist. Das bedeutet: Als Vollzeitkräfte sollen sie jetzt mit 700 – 900 Euro Kurzarbeitergeld im Monat klarkommen. Davon kann man nicht einmal die allernötigsten Ausgaben bezahlen! Diejenigen, die auf 450-Euro-Basis gearbeitet haben, sind oftmals ganz entlassen worden.

Die Besitzer der Restaurants, Cafés und Bars sind sozial in sehr unterschiedlichen Situationen. Einige von ihnen sind extrem reich und besitzen ganze Lokalketten. Die jedoch bekommen die meisten Hilfsgelder vom Staat. Ein Teil der ganz kleinen Gastronomen hingegen wird so wenig staatliche Hilfen bekommen, dass er trotzdem in Armut und Überschuldung gerät und schließen muss. Doch wer gar keine Hilfen bekommen soll, sind diejenigen, die schon jetzt in Armut und teilweise in Überschuldung gerutscht sind: Die Lohnabhängigen der Gastronomie, die zu ihrem Überleben den Erhalt ihres Arbeitsplatzes und ihres vollen Lohns brauchen!

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